主題: Taiwan gehört dem Taiwanesischen Volk    rdrcntr:2916 關鍵字: Taiwan
張貼時間: 2007-12-12 14:40:33
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→ Geordnet von: 林茗顯 (21.12.2004)
→ übersetzt von Martin
(Student der Ostasienwissenschaften, Forschungsschwerpunkt: Hochchinesisch in China und auf Taiwan, Taiwan-Forschung)

Taiwan gehört seit Alters her nicht zum chinesischen Territorium. Ganz zu Beginn [mit der Entdeckung Taiwans] wird ein [kleiner] Teil [im Süden] der Insel von den Niederlanden und [ein kleiner] Teil [im Norden] von Spanien besetzt. Bereits Kaiser Yong Zheng (雍正) der Qing-Dynastie sagt selbst, daß Taiwan seit ältester Zeit nicht zu China gehört. „Erst durch die kaiserliche Stärke meiner [kaiserlichen, männlichen] Ahnen, ist es gelungen, Taiwan ins eigene Reich einzugliedern.“ (臺灣自古不屬於中國 , 皇考聖略神威 , 編入版圖). Mit der Gründung der Republik China erhält Sun Yat-Sen den Ehrentitel eines Landesvaters (國父). Er prägt das Zitat: „Die Tartaren verjagen und das China wieder herstellen“. Nach Suns Vorstellung ist das Kaiserreich der Qing nicht mit China gleichzusetzen. 1912, mit der Gründung der Republik China, ist Taiwan bereits Teil des japanischen Kaiserreiches und nicht Bestandteil des Territoriums der Republik China. Daher ist die Position, Taiwan als fester Bestandteil des Staatsgebietes der Republik China gänzlich unzulässig. Gleiches gilt für die Forderungen der Volksrepublik China. Mit ihrer Staatsgründung im Jahr 1949, befindet sich Taiwan (bis heute) außerhalb der Regierungsgewalt und Souveränität der Volksrepublik. Daher läßt sich konstatieren, daß Taiwan zu keinem Zeitpunkt ein fester, seit Alters her, Bestandteil der Volksrepublik China ist.

Die Besetzung Taiwans und Nord-Vietnams durch Chiang Kai-Shek, die Besetzung Japans und Südkorea durch die USA sowie die Besetzung Nordkoreas und der Mandschurei (heutige Dong Bei [東北] Halbinsel) durch die Sowjetunion haben eines gemeinsam: alle drei Staaten [ROC, USA, UDSSR] haben erst mit dem Befehl des obersten Militär Befehlshabers der Alliierten [Mc Arthur] gehandelt und die Besetzung vollzogen. Der 25. August 1950, mit dem Ausbrechen des Korea-Krieges, stellt einen Wendepunkt dar. Am 27. August verkündet der amerikanische Präsident Truman, die Entscheidung hinsichtlich Taiwans zukünftigen Status, solle auf nach der Wiederherstellung der Sicherheit im Pazifischen Raum beziehungsweise auf die Unterzeichnung des Friedensvertrages mit Japan verschoben werden. 1951 wird der Friedensvertrag von San Francisco abgeschlossen und tritt im darauffolgenden Jahr in Kraft. Der Inhalt des Vertrages sagt u.a. aus, daß Japan auf Taiwan verzichtet und es abtritt, jedoch wird nicht die Frage darüber geklärt, an wen Taiwan abgetreten werden soll. Etliche Stunden vor dem in Kraft treten des Friedensvertrags von San Francisco, unterzeichneten Japan und Chiang Kai-Shek den „Japanisch-Chinesischen Friedensvertrag“ (日華和約), in dem lediglich die gleichen Bestimmungen angeführt werden. Daher kam die Ansicht der „Theorie des unbestimmten Rechtsstatus Taiwans“ auf. Der Friedensvertrag von San Francisco wurde ohne Einladung und Teilnahme der Regierungen der Volksrepublik China und der Republik China unterzeichnet. In dem Vertrag findet sich, daß Japan auf Taiwan lediglich verzichtet. Jedoch an welchen Staat es abgetreten werden soll, wird nicht entschieden.

Der nachfolgende Text ist ein Auszug aus dem Buch „Taiwans Position im Internationalen Recht“ (臺灣在國際法上的地位) verfaßt vom Präsidenten der Vereinigung World United Formosans for Independence黃昭堂 und andere.

Die Beziehungen zwischen Taiwan und China zur Zeit der chinesischen Dynastien

Obwohl das Mongolen Reich der Yuan-Dynastie (元朝), als auch die Ming-Dynastie (明朝) kurzzeitlich die Insel Peng Hu besetzt hielten, wurde die Insel von beiden Dynastien wieder aufgegeben. Die Ming-Dynastie selbst hatte gegen die Besetzung der Insel Peng Hu seitens der Niederländer keinerlei Einwände.

Zur Zeit der mongolischen Yuan-Dynastie gab es bereits eine Patrouille Station in Peng Hu (澎湖). Diese wurde unter der Regierung von Kublai Khan (元世祖: 1264 bis 1294) beziehungsweise unter Kaiser Toghan-Temür (順帝: 1335 bis 1340) errichtet. Die Yuan-Dynastie ging 1367 unter. Unter der Ming-Dynastie im Jahre 1372 (das 5. Jahr des ersten Ming Kaisers Hong Wu (洪武)) wurde der General Tang Xin-Guo (湯信國) nach Peng Hu (澎湖) entsandt, um es anzugreifen. Wahrscheinlich wird in diesem Zusammenhang die Insel für ein Jahr besetzt. General Tang Xin-Guo (湯信國) empfahl den Inselbewohnern in die nächstgelegenen Gebiete umzusiedeln. Daraufhin wurden sämtliche Bewohner der Insel auf das chinesische Festland zwangsumgesiedelt, die Patrouille Station wurde abgeschafft. Die Insel Peng Hu (澎湖) war jetzt nur noch ein Trümmerfeld und wurde zum Zufluchtsort für japanische – und Piraten der Ming-Dynastie.

1563, im 43. Regierungsjahr des Ming Kaisers Jia Jing (嘉靖), wurde auf Peng Hu erneut eine Patrouille Station errichtet, jedoch nach kurzer Zeit wieder aufgegeben. Bis zum Ende der Ming Dynastie (1644) war Peng Hu zu einer Hochburg für Piraten geworden. Obwohl sowohl die Yuan-Dynastie, als auch die Ming-Dynastie Peng Hu für kurze Zeit besetzten, wurde die Insel jedesmal binnen kurzer Zeit wieder aufgegeben. Bis Ende des 17. Jahrhunderts, mit der Errichtung des ersten Reiches von Han-Chinesen (漢人) auf Taiwan namens Dong Du (東都), bildeten Taiwan und Peng Hu weder eine geographische, noch eine politische Einheit. Jede Dynastie des chinesischen Kaiserreiches besaß von jeher eine auf das eigene Festland konzentrierte und gerichtete Denkweise. Seeschiffahrt und Navigation spielten für die feudalistischen Kaiserdynastien lediglich eine untergeordnete Rolle. Das mongolische Kaiserreich unter der Herschafft der Yuan-Dynastie (1271 bis 1368) und die Ming-Dynastie (1368 bis 1644) besetzten zwar beide nacheinander die Insel Peng Hu, jedoch nicht Taiwan. Dies wird anhand folgender Zitate bestätigt: „Taiwan war seit ältester Zeit gänzlich unbekannt“ (台灣古無人知), „Erst ab Mitte der Ming-Dynastie erfuhr man von Taiwan“ (明中葉乃知之), „Taiwan gehört von Alters her nicht zum chinesischen Reich.“ (台灣地方自古不屬中國).

Zu allererst besetzten als erster unabhängiger Staat die Niederlande Teile der Insel Taiwan. Inzwischen hatten auch die Spanier bereits Teile der Insel besetzt gehalten. Im Zuge Zheng Cheng-Gongs (鄭成功\) unabhängiger [Ming-] Dynastie sowie der darauffolgenden Qing-Dynastie (清朝), kam es zur Besetzung Taiwans. Doch wie bereits der fünfte Qing-Kaiser (2.Generation) Yong Zheng (雍正) sagte: „Taiwan gehörte seit jeher nicht zu China und erst der Vater des [Qing- 清] Kaisers vollbrachte großartiges und gliederte Taiwan ins eigene Reich ein.“ Daher gilt, „Taiwan gehörte seit Alters her nicht zum chinesischen Kaiserreich“ und es ist somit falsch zu behaupten, daß Taiwan ein inhärenter Teil des chinesischen Territoriums darstellt. Zu behaupten, ein Territorium sei ein inhärenter Teil des eigenen Staatsterritoriums, ist entweder beschränkt auf das Staatsgebiet zum Zeitpunkt der Staatsgründung, oder das betreffende Gebiet ist zu diesem Zeitpunkt ein Niemandsland.

Im 16. Jahrhundert navigierten portugiesische Seefahrer in Richtung Ferner Osten und entdeckten die Insel Taiwan. Voller Begeisterung nannten sie die Insel Ilha Formosa – schöne Insel (美麗的島嶼). 1622, im 2. Jahr des Kaisers Tian Qi (天啟, 1621 bis 1627) der Ming-Dynastie, besetzten die Niederländer Peng Hu. Obwohl die Ming-Dynastie äußerst pessimistisch gegenüber der Herrschaft auf Peng Hu eingestellt war, erlaubte sie keinen fremden Staaten, die Insel einzunehmen. 1624 zogen sich die Niederländer aus Peng Hu zurück und gingen bei Tai Jiang (台江), in der Nähe des heutigen Tainan (台南), an Land und besetzten damit Taiwan – eine Insel, die bis dato noch zu keinem anderen Reich gehört. Auch die Ming-Dynastie hatte gegen die Besetzung Teile Taiwans von Seiten der Niederlande nicht den geringsten Einwand.

Etwa um 1630 gründeten die Niederlande bei Yi Kun Shen (一鯤身), heutiges An Ping (安平), einen Stützpunkt namens Zeelandia (熱蘭遮城), errichteten dort den Regierungssitz von Taiwan und entsandten dorthin den „ Gouverneur und Direktor des Staates von Tayouan und Formosa“. 1652 wurde im heutigen Tainan der Stützpunkt Provintia/Providentia (赤崁城) gegründet und der Regierungssitz dorthin verlagert.

Die Spanier, die bereits die Philippinen besetzt hatten, nahmen nun den nördlichen Teil Taiwans ein. 1626 gründeten sie im heutigen Ji Long (雞籠, heute: 基隆) und auf der Insel mit dem heutigen Namen He Ping Dao (社寮島, heute: 和平島) die Festung San Salvador (聖薩爾瓦多城) und errichteten dort ein Offiziersbüro, das jedoch dem Generalgouverneur in Manila unterstand. Der spanische Regierungsbereich beschränkte sich allerdings lediglich auf ein winziges Gebiet im Nordosten Taiwans. 1629 errichteten die Spanier in Hu Wei (滬尾, heutiges 淡水) eine weitere Festung namens San Domingo (聖多明哥城). 1642 unternahmen die Niederlande im Süden Feldzüge in den Norden von Taiwan und vertrieben schließlich die Spanier aus Taiwan.

Sun Yat-Sen: „Die Tartaren verjagen und das China wieder herstellen“

Mit der Gründung der Republik China erhielt Sun Yat-Sen den Ehrentitel eines Landesvaters (國父). Von ihm stammte das Zitat: „Die Tartaren verjagen und das China wieder herstellen“. Nach Suns Vorstellung sei das Kaiserreich der Qing nicht mit China gleichzusetzen. 1912, mit der Gründung der Republik China, war Taiwan bereits Teil des japanischen Kaiserreiches und nicht Bestandteil des Territoriums der Republik China. Daher ist die Position, Taiwan als fester Bestandteil des Staatsgebietes der Republik China, gänzlich unzulässig. Gleiches gilt für die Forderungen der Volksrepublik China. Mit ihrer Staatsgründung im Jahr 1949, befindet sich Taiwan (bis heute) außerhalb der Regierungsgewalt und Souveränität der Volksrepublik. Daher läßt sich konstatieren, daß Taiwan zu keinem Zeitpunkt ein fester, seit Alters her, Bestandteil der Volksrepublik China ist.

Das riesige, weit ausgedehnte Mutterland Chinas wurde zu einem Fremd-Völkerstaat wie zur Zeit der Qing-Dynastie. Taiwan wurde auch zur Kolonie der Qing-Dynastie. Jedoch ist der Standpunkt, daß flächenmäßig große Länder/Gebiete, die bereits einmal zur selben Kolonialmacht wie kleinere Länder gehört haben, territorialen Anspruch auf eben diese flächenmäßig kleineren Länder/Gebiete erheben, ist eine sehr seltsame Angelegenheit. Wenn diese Ansicht wirklich in Ordnung und vertretbar wäre, dann müßte die gesamte Indochinesische Halbinsel (ehemals französische Kolonie) zu Frankreich gehören. Das heute militärisch starke Vietnam könnte ebenfalls Anspruch auf schwächere Staaten wie Kambodscha oder Laos erheben. Gemäß den oben beschriebenen Beispielen, kann die Volksrepublik China nicht unter dem Titel „China“, territorialen Anspruch auf Taiwan erheben. Auf der Grundlage des internatonalen Rechts, hatte die Qing-Dynastie mit Unterzeichnung des Friedensvertrages Taiwan an eine ausländische Macht (Japan) abgetreten. Vor diesem Hintergrund, wenn die Volksrepublik China weiterhin territorialen Anspruch [auf Taiwan] erhebt, müßten nahezu die gesamten Staatsgrenzen auf der Erde neu gezogen werden.

Nach internationalem Recht verzichtet Japan mit Abschluß des Chinesisch-Japanischen Friedensvertrags lediglich auf Taiwan

Die Besetzung Taiwans und Nord-Vietnams durch Chiang Kai-Shek, die Besetzung Japans und Südkorea durch die USA sowie die Besetzung Nordkoreas und der Mandschurei (heutige Dong Bei [東北] Halbinsel) durch die Sowjetunion haben eines gemeinsam: alle drei Staaten [ROC, USA, UDSSR] haben erst mit dem Befehl des obersten Militär Befehlshabers der Alliierten [Mc Arthur] gehandelt und die Besetzung vollzogen. Diese Tatsache kann jedoch nicht als nach internationalem Recht gültige Begründung dazu dienen, territoriale Ansprüche zu erheben. Der 25. August 1950, mit dem Ausbrechen des Korea-Krieges, stellt einen Wendepunkt dar. Am 27. August verkündet der amerikanische Präsident Truman, die Entscheidung hinsichtlich Taiwans zukünftigen Status, solle auf nach der Wiederherstellung der Sicherheit im Pazifischen Raum beziehungsweise auf die Unterzeichnung des Friedensvertrages mit Japan verschoben werden. Dies wurde darauf auch in die Tat umgesetzt. So wurde 1951 der Friedensvertrag von San Francisco abgeschlossen und trat im darauffolgenden Jahr in Kraft. Der Inhalt des Vertrages sagt unter anderem aus, daß Japan auf Taiwan verzichtet und es abtritt, jedoch wird nicht die Frage darüber geklärt, an wen Taiwan abgetreten werden soll. Etliche Stunden vor dem in Kraft treten des Friedensvertrags von San Francisco, unterzeichneten Japan und Chiang Kai-Shek den „Japanisch-Chinesischen Friedensvertrag“ (日華和約), in dem lediglich die gleichen Bestimmungen angeführt werden. Daher kam die Ansicht der „Theorie des unbestimmten Rechtsstatus Taiwans“ auf. Der Inhalt des Japanisch-Chinesisch Friedensvertrags kam deswegen zustande, da Japan auf Taiwan gänzlich verzichtete und deswegen Taiwan nicht länger von Seiten Japans gemaßregelt werden konnte.

Während des Zweiten Weltkriegs kam es mit den drei Staatschefs von Staaten, mit denen Japan im Krieg lag, zur Verkündung der Kairoer Deklaration. Ein Manifest / eine Deklaration besitzt während eines Krieges nach internationalem Recht keine Präjudizienwirkung. In dem Friedensvertrag von San Francisco findet sich, daß Japan auf Taiwan lediglich verzichtet. Jedoch an welchen Staat es abgetreten werden soll, wird nicht entschieden. 1952 wurde es nach internationalem Recht rechtskräftig, daß Japan zum ersten Mal auf Taiwan verzichtete. 1945 wurde Taiwan von einem der Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen, nämlich der Republik China, besetzt. Obwohl Japan zu diesem Zeitpunkt nicht mehr in der Lage war, bezüglich Taiwan Herrschaftsgewalt auszuüben, gehörte es nach internationalem Recht bis vor in Kraft treten des Friedensvertrages zum japanischen Territorium. Außerdem, da Japan im Friedensvertrag bereits auf Taiwan verzichtete, besaß es keine rechtliche Grundlage mehr, den politischen Kurs zu ändern und Taiwan an die Republik China „zurückzugeben“ beziehungsweise abzutreten. Daher läßt sich lediglich die Bestimmung des Japanisch-Chinesischen Friedensvertrages zitieren, die den Friedensvertrag von San Francisco übernimmt.

Der Friedensvertrag von San Francisco wurde ohne Einladung und Teilnahme der Regierungen der Volksrepublik China und der Republik China unterzeichnet. Während jedoch das japanische Parlament sich mit der Überprüfung und Diskussion des Vertrags befaßte, vertrat die Opposition die ungeteilte Ansicht einen Friedensvertrag mit der Volksrepublik China abzuschließen. Der damalige Ministerpräsident Yoshida (吉田) erwiderte dem Anschein nach, daß die chinesische Regierung lediglich ein regionales Regime sei.

Der Inhalt der Briefe von Japans Ministerpräsident Yoshida (吉田) wurden von ihm am 16.01.1952 in Tokio veröffentlicht. Am 18. Januar trat allerdings die Regierung der Republik China unter Außenminister George Yeh (葉公超) mit dem Konsul von Japan auf Taiwan (Taipeh) (木村四郎七) in Verhandlungen. Es kam an die Öffentlichkeit, daß die Regierung der Republik China die Absicht hatte, mit Japan einen Friedensvertrag zu unterzeichnen.